Stolpersteine nun an ihrem Bestimmungsort „Neuer Weg 9“

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Am Vormittag des 16.05.2017 fanden vier Stolpersteine ihren endgültigen Bestimmungsort im Neuen Weg 9. Hier lebten bis zum November 1938 vier Mitglieder der jüdischen Familie Rechtschaffen, die am Vorabend der Pogromnacht in einer Nacht-und Nebelaktion über Wolfenbüttel nach Neubentschen/Zbaszyn an die Grenze zwischen Polen und Deutschland gebracht wurden, wo sie in einem Lager ihrem Schicksal überlassen wurden. Während sich die Spuren der Eltern hier verlieren – als offizieller Totdestag wurde später der 8. Mai 1945 festgelegt – überlebten die beiden Kinder. Das 16jährige Mädchen konnte über Litauen, die UDSSR und die Türkei schließlich nach Palästina fliehen. Der erst 13jährige Sohn wurde durch einen Kindertransport nach England gerettet.
In einer kleinen Zeremonie skizzierten die Schülerinnen Neele Rusack und Jana Börder kurz die Schicksale der Familie und Mia trug ihren Prosatext „1938“ vor, der sich in die Situation des Kindes auf dem Kindertransport einfühlt. Von der Geschichte beeindruckt richtete Jutta Salzmann (Verein Stolpersteine für Braunschweig e. V.) das Wort an die Gruppe, um darauf hinzuweisen, wie wichtig und aktuell die Arbeit des Vereins sei. Man könne gerade an der Fluchtgeschichte der Minderjährigen von 1938 die Situation derjenigen Kinder erkennen, die heute ohne Eltern zu uns kommen.
Die Empathie zu bewahren, die die Schülerinnen in ihren Bearbeitungen aufgebracht haben, gehöre auch zu den Aufgaben von „Stolpersteinen“. Der Blick sei eben nicht nur auf Vergangenheit gerichtet, sondern auch in die Zukunft. Unter Anwesenheit der Bezirksbürgermeistern Frau Zander und der Bürgermeistern der Stadt Braunschweig Frau Ihbe, die den Schülerinnen für ihr großes Engagement dankte, wurden abschließend Rosen auf die Stolpersteine gelegt.
JS